Fünf Fragen an … Matthias Bollwein von Uniki:

Matthias Bollwein von Uniki
Matthias Bollwein von Uniki

Matthias Bollwein ist erst 28 Jahre alt und bereits Unternehmer. Seit 2016 liefert er mit der Uniki GmbH eine private Cloud-Komplettlösung, die aus einer Hardware-Box und einer Software besteht. Der studierte Mathematiker und IT-Berater hat mit seinem sechsköpfigen Team das Ziel, ein sicheres Cloud-System anzubieten, das auch Techniklaien bedienen können. 

Wir sind im Jahr 2017 – wie bewegst du dich in der digitalen Welt?
Mein täglicher Begleiter ist das MacBook Pro, das ich schon seit 2013 habe. Kürzlich habe ich mich durchgerungen ein Samsung Smartphone anzuschaffen, obwohl ich es zu groß finde. Ich brauchte aber mal wieder ein aktuelles Gerät. Allerdings gibt es Dienste auf dem Smartphone, die meide ich, z.B. Sprachassistenten. Diese sammeln mir zu viele Daten, außerdem möchte ich mich nicht auch noch mit meinem Gerät unterhalten.

25 Jahre Internet – wann bist du eingestiegen, was war dein persönlicher „Meilenstein“?
Ich erinnere mich an drei Meilensteine. Ein Freund meiner Eltern schenkte mir während meiner Grundschulzeit einen alten Computer. Da beschäftigte ich mich zum ersten Mal mit einem PC und dem Internet.
Der zweite Meilenstein war, als irgendwann mal meine Eltern anriefen – sie leben in Steinberg am See in der Oberpfalz – und mir erzählten, dass die Telekom jetzt DSL eingerichtet hätte. Ich wohnte zwar nicht mehr zuhause, freute mich aber sehr, da ich mich in meiner Jugend immer darüber ärgerte, dass das Internet so langsam war.
Dann besaß ich 2004 mein erstes Smartphone mit einem Windows Betriebssystem. Ich habe gleich angefangen neue Browser zu installieren und Anpassungen vorzunehmen. Mein Bruder spielte viel auf dem PC, ich dagegen versuchte, die Geräte und Software zu verstehen und zu optimieren und war nie der Spielertyp. 

Regierungen werden unsere Privatsphäre nicht schützen

Von wem aus – Regierung, Unternehmen, Instanzen, Bürger – sollte der Impuls kommen, um der Datensammelwut großer Unternehmen entgegenzuwirken?

Ich glaube nicht daran, dass nationale Regierungen uns Bürger und unsere Privatsphäre schützen werden. Im Gegenteil, sie tun gerade sehr viel, um Zugriff auf unsere Daten zu bekommen.
Auf EU-Ebene passiert mit dem neuen Datengrundgesetz dagegen etwas Erfreuliches. Ich kann mir vorstellen, dass auf übergreifender Ebene ein gewisser Schutz unserer Privatsphäre geregelt werden kann.  Letztendlich ist aber jeder für sich selbst verantwortlich.

Wie siehst du die Zukunft bzw. wo liegen die Herausforderungen im Hinblick auf den Datenschutz für die nachfolgende Generation?
Wir müssen das Bewusstsein für die Privatsphäre einerseits stärken. Das sollte schon in den Schulen beginnen. Aber der Bürger braucht auch Tools an der Hand, um sich zu schützen, ohne dass er im Gebrauch von elektronischen Geräten großen Komfortverlust hat. Es sollte einfach jeder ohne zusätzliche technische Aufwände seine Daten schützen können.

Wie schützt du dich, um deine Privatsphäre zu wahren?
Nach der Snowden-Affäre und den vielen anderen Angriffen, habe ich mir zuhause meine eigene Cloud gebaut. Das war der Vorläufer unserer Cloud-Box „uSpace“, die ich natürlich jetzt nutze.
Die schlimmsten Datenkraken sind meiner Meinung nach die Unternehmen, die im Hintergrund unsere Daten tracken, Profile erstellen und verkaufen. Ich kenne gar nicht ihre Namen. Ich nutze deshalb Ghostery, eine Browser Erweiterung, die keine Tracker zulässt. Die gibt es für alle Browserarten.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die Uniki!

Das Interview führte Andrea Rickert.

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