Was Facebook mit Bienen gemein hat

Die Datensammelwut von Facebook © deyangeorgiev / photocase.de
Die Datensammelwut von Facebook © deyangeorgiev / photocase.de

Das wissen wir alle: Facebook erstellt ein sehr detailliertes Nutzerprofil von uns. Das Unternehmen sammelt unheimlich fleißig, führt zusammen, analysiert und verknüpft unsere Daten und Metadaten, damit es seinen Kunden zielgerichtete Werbung anbieten kann. Und das erinnert mich an Bienen. Sie schwärmen von Blüte zu Blüte, tauchen ein, und holen den Blütennektar mit ihren Rüsseln heraus. Emsig, geschickt und pausenlos sammeln die kleinen Tiere ihren Nektar, der dann im Team zu Honig weiterverarbeitet wird. Auch Facebook bemüht sich emsig, geschickt und pausenlos, an neue Daten seiner Anwender heranzukommen.

Die Datenwissenschaftlerin Vicki Boykis hat sich die Mühe gemacht und Facebook unter dem Aspekt Datensammeln noch einmal genauer angeschaut. Sie veröffentlichte eine umfangreiche Metastudie aus Fachpresse, wissenschaftlichen Arbeiten und eigenen Recherchen. Danke Vicki!
Hier zur Studie.

Datensammelwut: Wesentliche Erkenntnisse aus der Studie von Vicki Boykis:

– Facebook speichert 600 Terabyte Daten über das Verhalten seiner Mitglieder – täglich (Info von Facebook-Mitarbeitern aus dem Jahre 2014). Um die Zahl ein wenig greifbarer zu machen: 600 Terabyte entsprechen 18.750 Smartphones mit einem jeweils randvollen 32 GB-Datenspeicher!

– Facebook speichert von Nutzern gelöschte Inhalte auf seinen Servern.

– Facebook speichert Tastaturanschläge von Beitrags-Entwürfen, die nicht veröffentlicht werden.

– Die sehr umstrittene Gesichtserkennung „DeepFace“, ein Forschungsprojekt von Facebook, entwickelt sich in großen Schritten weiter. Es ist die größte Datenbank mit biometrischen Gesichtsmarken der Welt. Theoretisch kann mit Hilfe von „DeepFace“ jeder Nutzer auf jeder Kamera weltweit erkannt werden – unabhängig von Lichtverhältnissen oder Blickwinkel. Und das mit einer Genauigkeit von 97,35%.

Ich nutze aus Überzeugung kein Facebook. Diesen Schluss zieht Vicki Boykis nicht. Allerdings weist sie darauf hin, dass wir sehr bewusst mit unseren Aktivitäten auf diesem Netzwerk umgehen sollen.

Und hier ihre konkreten Empfehlungen:

– nicht zu viele persönliche Fotos posten
– keine Fotos von eigenen Kindern veröffentlichen
– nach jeder Facebook-Sitzung ausloggen
– Browser wechseln
– nicht für politische Aktionen einsetzen
– Facebook nicht auf dem Smartphone installieren
– den Facebook Messenger nicht verwenden

Noch weitere Infos über die Datensammelwut von Facebook sind hier sehr schön aufgelistet:
98 Daten, die Facebook über Dich weiß – von A wie Auswanderer bis Z wie Zubehörkauf

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