Geht gar nicht!

Google kauft Transaktionsdaten von Mastercard

10. September 2018: Diese Meldung veröffentlichte Bloomberg in der vergangenen Woche. Die Mega-Datensammler wollen wissen, wo Kunden etwas gekauft haben und zu welchem Preis. Der Austausch von Mastercard und Google erfolgte ohne Kenntnis und Zustimmung der Kreditkartenbesitzer.

Für Google ist das eine prima Sache: Sie erfahren nicht nur alles über das Online-Verhalten des Kunden, sondern damit auch über das Offline-Kaufverhalten im stationären Handel. Angeblich erfolgte der Deal nur in den USA.

An diesem Skandal sieht man erneut, wie respektlos mit unseren Daten umgegangen wird. Einmal mehr denke ich: Bargeld ist gelebter Datenschutz.

 

Datenskandal bei der Berliner Polizei

04. September 2018: Polizisten haben sich unbefugt Zugang zu sensiblen Daten von Personen erschlichen – teilweise zu privaten Zwecken.

Erfasst werden diese Daten in der Datenbank POLIKS (Polizeiliches Landessystem zur Information, Kommunikation und Sachbearbeitung) und enthalten Informationen zu Straftätern sowie Tatverdächtigen,aber auch Daten von Opfern und Zeugen. Mehr als drei Millionen Einträge umfasst die von der Berliner Polizei genutzte interne Datenbank. Etwa 16.000 Beschäftige haben Zugriff darauf, schreibt der Berliner Kurier. Wie die Zeitung berichtet, wurden Informationen über das Privatleben einer Kollegin abgefragt, sowie Drogendealer mit Informationen versorgt.

Es ist ziemlich einfach Informationen von POLIKS zu erhalten: Man benötigt dafür nur die Personalnummer eines Kollegen oder einer Kollegin, der/die den entsprechenden Fall bearbeitet, und nach mehrmaliger Eingabe eines falschen Kennworts, wird der Benutzer-Account gesperrt. Ein Anruf bei der Hotline sichert dem Anrufer ein neues Kennwort, ohne Autorisierung der Person. Die Daten konnten auch unter falschen Namen abgefragt werden, was  mehrfach geschehen ist, so der Berliner Kurier.

Berliner Kurier (19.08.2018): Gestaltet Polizistin, verratene Razzien
heise.de (03.09.2018): Berliner Senat dementiert Sicherheitslücke im Polizeisystem

Ein gravierendes Sicherheitsleck: Wie erschreckend, dass hochsensible Daten einer Behörde so wenig geschützt sind. Es ist das eine, dass der Staat nach immer mehr Daten von seinen Bürgern giert. Diese aber nicht verantwortungsvoll zu verwalten, geht gar nicht!

 

Der Überwachungs-Hoody

20. August 2018: Sage mir, wie oft du deinen Tommy Hilfiger Lieblings-Hoody trägst, und die US-Modemarke belohnt dich mit Punkten über eine dazugehörige App. Logisch, je häufiger getragen, desto mehr Punkte werden gutgeschrieben. Die Punkteansammlung lässt sich dann in Gutscheine einlösen und die Träger werden zu exklusiven Veranstaltungen von Tommy Hilfiger eingeladen.

WearableTechnologies.com

Endlich kann ein Modelabel erfahren, was mit der Klamotte nach dem Kauf geschieht. Von wem, wo und wie oft wurde das Kleidungsstück getragen, wie lange liegt es im Wäschekorb und wie oft wird es überhaupt gewaschen?
So eine Überwachungsklamotte kann doch niemand ernsthaft tragen?

 

Chinesische Behörde kontrolliert die Apple iCloud

01. August 2018: Apple übergab kürzlich die Kontrolle über die iCloud-Daten chinesischer Nutzer an die staatlich kontrollierte Internetfirma GCBD (Guizhou-Cloud Big Data). Damit haben chinesische Behörden ab sofort Zugriff auf Daten von mehr als 130 Millionen Bürgern. Apple beugte sich nach eigenen Worten den neuen Cybersicherheits-Gesetzen der chinesischen Staatsführung.

The Verge:  Apple’s iCloud partner in China will store user data on servers of state-run telecom

Was für eine Heuchlerei vom größten börsennotierten Konzern der Welt: Erst im Jahr 2016 lehnte Apple einen Zusammenarbeit mit dem FBI ab – aus Datenschutzgründen. Der Konzern ließ sich dafür feiern. In China schaut man weg und will nicht auf das große Geschäft verzichten. Dabei bleibt halt mal der (besonders in diesem Land wichtige) Datenschutz der kleinen Leute auf der Strecke.

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