Von Kunst, Kauf und Schildkröten

Kampf gegen Google aufgenommen: DuckDuckGo

Eine Alternative zum Internet-Giganten Google ist die Suchmaschine DuckDuckGo, die laut eigenen Angaben Suchanfragen anonymisiert und auf Nutzertracking verzichtet. Offensichtlich geht es dem Unternehmen nicht schlecht, denn es schreibt mittlerweile schwarze Zahlen. Das 2008 gegründete und auf Open Source Code basierende Portal verdient sein Geld mit gut sichtbaren Werbeanzeigen, die passend zur Suchanfrage erscheinen. Ein Investor steckte kürzlich 10 Millionen US-Dollar in DuckDuckGo. Das frische Kapital soll den Gründern zufolge in internationales Wachstum und in neue Datenschutzprojekte fließen.
Applaus dafür, dass Unternehmen und Investoren es mit Google aufnehmen. 
https://www.onlinehaendler-news.de/handel/internationales/32329-duckduckgo-erhaelt-millionenfinanzierung.html

Daten-Kunst zur Aufklärung

Für gerade mal 800 US-Dollar hat der chinesische Künstler Deng Yufeng auf dem Schwarzmarkt die Daten von 346 000 Bürgern der zentralchinesischen Stadt Wuhan erworben. Was dem Künstler für diese Summe ausgehändigt wurde:  Name, Alter, Größe, Telefonnummer, Wohnanschrift, E-Mail-Adressen, Bankdaten, Löhne, Autonummer sowie Informationen über Bestellungen im Internet, Freizeitaktivitäten und/oder den Kauf von Bahntickets. Deng presste die Informationen im Rahmen einer Ausstellung unter dem Titel „346.000 Wuhan Citizens’ Secret“ auf Karten. Diese  stellte er an einer großen Wand aus und lud die Bürger, deren Daten er gekauft hatte, zur Ausstellung ein. Sein Ziel war es, seinen Landsleuten zu zeigen, wie verwundbar sie durch die Preisgabe vieler Informationen im Netz sind.
Bereits nach zwei Tagen wurde die Ausstellung von offizieller Seite geschlossen – zu kritisch!
https://technode.com/2018/04/10/wuhan-data-exhibit/

Den Daten auf der Spur 

Wer Daten kaufen will, braucht nicht viel: Briefkastenfirma und Website genügen. Das zeigt das Rechercheprojekt „Den Daten auf der Spur“ des Mitteldeutschen Rundfunks MDR: O-Ton aus dem Protokoll:

„Daten? Kein Problem, ich glaube, wir hätten da ein paar…“, scherzt einer der Datenbroker, die wir kontaktiert haben, am Telefon. Wir entscheiden uns für einen Vertrag mit AZ Direct, einer Tochterfirma von arvato Bertelsmann. Für gut 1.000 Euro bekommen wir zu den Informationen, die wir über unsere Gewinnspielteilnehmer schon haben, noch 30 Persönlichkeitsmerkmale dazu.

Hier der aufwühlende TV-Bericht über die Arbeitsweise von Datenbrokern.   

Von Schildkröten, Inseln und Badezimmer

Wenn Sie aufgefordert werden würden, Ihre Vorstellungen von Privatsphäre auf Papier zu bringen, was fiele Ihnen dazu ein? Was bedeutet Privatsphäre für Sie? Maggie Oates und ihr Forscherteam von der Carnegie Mellon University baten 366 Kinder und Erwachsene, darunter Experten für Datenschutz und Laien ihre Vorstellung von Privatsphäre zu zeichnen.
Die Fragestellung dahinter: Sehen Experten den Begriff anders als Laien? In der Tat, Laien unterscheiden stark zwischen privaten und öffentlichen Räumen. Nicht so die Experten. Diese grenzen Schutzräume viel differenzierter ab. Bei Kindern beschränkt sich die Vorstellung von Privatsphäre eng auf ihre Lebenswelt – auf Schlaf- oder Badezimmer oder auf das Schummeln bei Hausaufgaben.

Das Forscherteam möchte mit dem Projekt bewirken, dass die Zeichnungen genutzt werden, um Laien den Begriff der Privatsphäre zugänglicher zu machen.
Hier geht es zur Galerie: https://petsymposium.org/2018/files/papers/issue4/popets-2018-0029.pdf

 

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Mit Abschicken des Kommentars wird Ihre IP-Adresse gespeichert. Einzelheiten finden Sie in den Datenschutzhinweisen.

Close
Close