Rätselfrage: Was ist ein Datensammler?

Datensammler von Brunata-Metrona
Datensammler von Brunata-Metrona

Sie können sich vorstellen, dass dieses Gerät (Foto) bei mir große Neugierde erweckte: ein „Datensammler Star“. Ich habe das Teil kürzlich vor der Wohnungstür eines Freundes fotografiert.
Es ist eine Anlage, die zum Rauchmelder-Produkt der Firma Brunata Metrona gehört. Derzeit werden viele Wohnungen mit diesen sinnvollen und wichtigen Warnsystemen ausgestattet, denn in den meisten Bundesländern ist ein Rauchmelder in alten wie auch neuen Wohnungen Pflicht.

Über Funk senden die Sensoren in den Wohnungen ihre Daten regelmäßig an einen solchen „Datensammler“ außerhalb der Privaträume des Mieters. Vorteil dieser vernetzten Komponenten ist, dass sie sich aus der Ferne abfragen lassen. Per Ultraschall prüfen die Rauchmelder unter anderem ob die Umgebung unverstellt ist und liefern einmal im Monat Infos wie zum Beispiel den Batteriestand. So steht es jedenfalls in der Gebrauchsanweisung.

Rätselfrage 2: Welche Daten sammelt dieser Datensammler?

Auf der Firmenseite von Brunata-Metrona steht, dass „der Rauchmelder keine personenbezogenen Daten im Sinne des BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) erhebt. Folglich kann er auch keine personenbezogenen Daten übertragen“. Eine problematische Schlussfolgerung, denn wie es mit diesen Formulierungen „laut Gesetz“ so ist: Gesunden Nahrungsmitteln werden angeblich auch keine künstlichen Geschmacksverstärker zugesetzt. Wir aufgeklärte Verbraucher wissen aber längst: Statt E 621 (Mononatriumglutamat) heißt es dann „Hefeextrakt“ in der Zutatenliste und – schwups – weg ist (laut Gesetz) die Chemie.

Zurück zum Datensammler: Mir kommt bei diesem Bild unwillkürlich der Verdacht, dass Big Brother an der Decke hängt und Daten von mir sonst wohin schickt. Und welche Sensoren stecken eigentlich in den Rauchmeldern? Geräusch- und Bewegungsfühler? Video? Gruselig.

Rätselfrage 3: Muss ich diesen Datensammler haben?

Entsprechende Befürchtungen hatte übrigens auch ein Kölner Mieter und wehrte sich dagegen, dass eine Genossenschaft diese speziellen Funk-Rauchmelder in seine Wohnung einbaute. Er fürchtete, dass Details aus seiner Privatsphäre aufgezeichnet und weitergegeben werden und hielt die Systeme für manipulierbar. Der Streit ums Gerät ging bis zum Bundesverfassungsgericht. Dieses beschloss am 8.12.2015 einstimmig die Verfassungsbeschwerde des Mieters gegen die vernetzten Rauchmelder nicht zur Entscheidung anzunehmen (das Urteil).
Fazit: Damit müssen Mieter „Datensammler“ und Funk-Rauchmelder in ihren Wohnungen dulden. Basta!

Es sei mir noch erlaubt anzufragen: Wie ist es um die Sensibilität der Marketingabteilung eines so bekannten Herstellers wie Brunata eigentlich bestellt, wenn sie einem Produkt, dessen Einsatzorte die Privatwohnungen von Menschen sind, ausgerechnet die Bezeichnung „Datensammler“ verpasst? Man kann auch schlafende Hunde wecken …

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4 Kommentare

  1. Seit heute hängt auch bei uns so ein Teil, danke für die Erklärung. Zum Glück haben wir in unserer Wohnung andere Rauchmelder da unsere Wohnung nicht mehr Vonovia gehört.

  2. Kann man den Ultraschall unterdrücken? Das Produkt heißt nicht umsonst Datensammler. Wie schon im Artikel aufgeführt, wird ja sogar erfasst, ob die Möbel gleichbleibend stehen, unverstellt sind. Das ist auf jeden Fall ein Eingriff in den Datenschutz weil nachverfolgt werden kann, wann und wo der Mieter umräumt, respektive sich neue Möbel anschafft und auch welche. Denn ich glaube kaum, dass nur weitergegeben wird, dass sich was verändert hat, sondern vielmehr auch so genau wie möglich was sich verändert hat!

    Da ein Rauchmelder vor allem mich warnen soll, ist das auch verkraftbar, wenn ich selber den Batteriezustand abfrage. Da reicht es jedes 1 Jahr einmal eine billige oder alle 2 Jahre eine teure Batterie einzusetzen. Es ist ein Skandal, dass mehr abgefragt wird als der Batteriezustand und die Gerätefunktionalität geprüft wird. Wird das Gerät dem Vermieter ein bisschen billiger angeboten…tolle Politiker. Erst ein Gesetz einführen was sinnvoll ist und dann nicht den Mut haben, dessen Auswüchse unter Kontrolle zu bringen. Von unseren lausigen Gerichten garnicht zu sprechen!

    1. Ich habe jeden ‚Rauchmrelder‘, blind gemacht, hab da einfach nen Deckel drauf geklebt, so daß der evtl. Rauch noch ins Gerät kann, aber mir keiner in die Wohnung guckt, bin erwachsen und weiß schon wie Ich meine Möbel zu stellen habe um im Notfall gut raus zu kommen, zudem würde Ich mir eh nie von ner Firma die Rauch elder aufhängt sagen lassen daß Ich „umdekorieren“muss! Falls es da Stress gibt Red Ich mit dem Vermieter dann kommen die Überwachungs Teile raus, und Ich mach auf eigene Kosten welche rein, und gut is!

    2. 1. Informieren: https://www.brunata-metrona.de/unternehmen/newsroom/fachpresse/meldung/news/rauchmelder-star-die-fakten.html
      2. Hirn einschalten:
      – ‚unverstellt‘ bedeutet hier, dass der Rauchmelder nicht zugebaut oder hinter z.B. Gardinen versteckt ist. Im Fall der Fälle soll der Rauch ja auch zum Rauchmelder kommen können.
      – WARUM und wofür um Himmels Willen würde irgendjemand daran interessiert sein, ob, wie oft oder wie Du deine Möbel umstellst?
      Das würde viele teure Sensoren erfordern und unheimlich viele Daten erzeugen, die übertragen und ausgewertet werden müssten. Ein riesiger Aufwand für was?
      – Diese Rauchmelder sind anscheinend vernetzt bzw. leiten den Alarm an eine Zentrale weiter, so dass die Feuerwehr schnell gerufen wird und genau weiß, wo sie hin muß. Das ist in meinen Augen ein Vorteil gegenüber den einfachen Meldern, die nur Lärm machen – der evtl. nicht gehört wird oder über den sich beschwert wird (habe ich bei einer Einbruch-Alarmanlage selbst erlebt).
      – Die einfachen Melder blinken alle paar Minuten kurz auf, um anzuzeigen, dass sie funktionieren. Aber einige paranoide Leute vermuten selbst dahinter sie kompliziertesten Abhör- und Spionagetechniken.

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